2020-07-08

Warum auch du zum Lebensmittelretter werden solltest und wie das geht?

kostBAR-unverpackt_TooGoodToGo_COLLABORATION.pngWeltweit werden jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel verschwendet, ein Drittel davon vom Endverbraucher. Die Verschwendung von Lebensmitteln treibt die Nahrungsmittelpreise weltweit in die Höhe, somit auch in Entwicklungsländern. So wird der Lebensmitteleinkauf in Entwicklungsländern zu einer hohen finanziellen Belastung der Menschen dort.

Die Lebensmittelverschwendung wirkt sich aber auch nachteilig auf das Klima aus. Jedes Getreidekorn, jeder Apfel, jeder Liter Milch benötigt Energie bei der Aussaat, bei der Ernte, bei der Lagerung, bei der Weiterverarbeitung und beim Transport. 10% der Treibhausgas-Emissionen sind auf die Lebensmittelverschwendung reicher Länder zurückzuführen.

Viele von uns verzichten aufs Baden, sondern duschen, um Wasser zu sparen. Für die weggeworfenen Lebensmittel werden durchschnittlich jährlich pro Kopf 28 Badewannenfüllungen an Wasser verbraucht. Und was Wasserknappheit bedeutet, erfahren wir auch hier in Deutschland immer häufiger. Wir müssen nur an die letzten Sommer zurückdenken. Viele unserer Lebensmittel kommen aber auch aus Ländern in denen Wasser noch viel knapper ist.

Neben Energie und Wasser benötigen Lebensmittel Ackerfläche: 4,3 Millionen Hektar Ackerfläche werden für Lebensmittel benötigt, die in der Tonne landen. Das entspricht einer Fläche, die ca. 30% größer ist als NRW. Diese Fläche könnte der Grundversorgung von Menschen in Entwicklungsländern zugeführt werden.

Unsere Umwelt wird aber auch durch Pflanzenschutzmittel belastet. Pro Jahr werden auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche durchschnittlich ca. 9 kg Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Für die Artenvielfalt und Biodiversität wirkt sich der Einsatz sehr negativ aus. 36 Tausend Tonnen Pflanzenschutzmittel werden für Lebensmittel eingesetzt, die anschließend in der Tonne landen.

Was kannst du machen, um Lebensmittelverschwendung zu verhindern:

Wochenplanung und Einkaufsplanung
Auch wenn du keinen Haushaltsplan für die ganze Woche machst, kannst du vorrausschauend und mit Einkaufszettel einkaufen gehen. Das verhindert Spontaneinkäufe. Und wenn du die Planung für das anstehende Wochenende noch nicht kennst, geh lieber noch mal spontan und bedarfsgerecht einkaufen. Im Unverpacktladen kannst du die Mengen kaufen, die du benötigst. Auch das verhindert Lebensmittelverschwendung.

Wertschätzung der Lebensmittel
In einer Welt mit hohem Wohlstand und unser erlerntes Verhalten einer Wegwerfgesellschaft führen dazu, dass wir Lebensmittel schneller in die Tonne werfen. Unser Bewusstsein für den Wert der Lebensmittel aber auch anderer Konsumgüter sollte wieder gestärkt werden. Das klappt am besten, wenn du auch selber Obst und Gemüse anbaust und verarbeitest. Kräuter im Garten können wunderbar deine Mahlzeiten würzen und müssen nicht in oft viel zu großen Portionen verpackt gekauft werden.

Lagerung der Lebensmittel
Viele frische Produkte, auch Obst und Gemüse aus Deutschland sollten im Gemüsefach im Kühlschrank gelagert werden. Wenn du das Brot nicht innerhalb der nächsten Tage verzehren kannst, dann friere es lieber ein und hole es bedarfsgerecht aus dem Froster.

Zero-Waste-Rezepte testen
Verwerte die Lebensmittel bevor sie beginnen zu schimmeln! Und wenn das Gemüse schon zu schrumpelig ist, kann es wunderbar in pürierten Suppen oder in Smoothies verarbeitet werden. Eingefrorenes Obst im Smoothie macht es zu einer köstlichen Erfrischung.
Aus trockenem Brot kannst du super leckere Brotpizzen zaubern oder Brot-Crôutons für die Suppe oder einem Brotsalat.

Verzehr der Lebensmittel, auch wenn es schon abgelaufen ist?
Das MHD ist eine wichtige Information und ein Orientierungswert für Verbraucher. Viele Lebensmittel halten aber auch noch deutlich länger. Selbst frischer Joghurt ist noch mehrere Wochen nach Ablauf des MHDs haltbar. Einfach anschauen, riechen und probieren!

Werde zum Lebensmittelretter
Über die TooGoodToGo-App kannst du zum Lebensmittelretter werden. Neben der kostBAR-unverpackt nehmen auch einige andere Lebensmittelhändler und Bäckereien in der Umgebung teil. Sie stellen regelmäßig Pakete zusammen, die über die App bestellt und dann persönlich abgeholt werden können. Mehr dazu gibt es bei TooGoodToGo.

Und was machst du als nächstes, um Lebensmittel zu retten?

sabrinadankelmann - 13:16:53 @ Rund um Nachhaltigkeit | Kommentar hinzufügen

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