#kostbaresplatikfasten: Kleidung


Die letzte Woche unserer #kostbaresplastikfasten-Zeit hat begonnen. Viele Bereiche deines Lebens hast du in den vergangenen Wochen plastikfreier gestaltet. Nun ist es an der Zeit den Blick auf die Teile zu lenken, die du tagtäglich am Körper trägst: deine Kleidung. Denn zur Zero Waste Philosophie gehört eben auch gebrauchte Kleidung zu bevorzugen. Wir möchten dir in dieser Woche einen Einblick geben und die Notwendigkeit zeigen, dass auch hier ein Umdenken stattfinden muss.

Tag 36: What?

In Europa werden laut Greenpeace jedes Jahr 5,8 Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen. Davon werden allein 75% verbrannt. Für die Herstellung dieser Kleidung wurden Ressourcen aufgewandt, aber auch Pestizide eingesetzt, die die Umwelt belasten. Eine erschreckende Zahl, die wir als Verbraucher kaum greifen können. Die Corona Pandemie und der damit verbundene Lockdown, der einen Berg unverkaufter Kleidungsstücke in den Läden verursacht hat, haben die Lage immens verschärft. Denn Mode ist laut der Unternehmen verderblich, getrieben von den wechselnden Saisons und Trends, gemacht und bedient von uns – den Konsumenten. Und da kannst du ansetzen und versuchen bewusst gegenzusteuern. Frage dich, ob du jeden Trend mitgehen musst. Laut der aktuellen Studie „The State of Fashion 2020 Corona Virus Update“ von McKinsey ist eine Veränderung in der Branche spürbar, die ohnehin unaufhaltsam war: Weniger Überproduktion, weniger Kollektionen pro Jahr und ein neues Bewusstsein für den Produktionsaufwand. Zudem ist seit Längerem zu erkennen, dass Verbraucher bestehende Geschäftsmodelle der Fast Fashion Industrie hinterfragen und ökologische und soziale Verantwortung fordern. Das wäre eine tolle Entwicklung, die durch das Virus beschleunigt wurde. Ein langfristiges Umdenken wird gerad allerdings noch bezweifelt. Sobald sich das Konsumverhalten normalisiert hat, stehen nachhaltige Lieferketten und eine reduzierte Produktion dem Umsatzwachstum und der Gewinnmaximierung gegenüber. Beginne du damit das System zu hinterfragen und deine Kaufentscheidungen bewusst zu treffen. Denn bei einer geringeren Nachfrage muss sich auch das Angebot zukünftig ändern.

Tag 37: Greenwashing

Der Trend für nachhaltige Produkte fordert ein grünes Image der Unternehmen – und das betrifft nicht nur die Modebranche. Bei Unternehmen, die in dieses Segment investieren und sich positionieren, erwartet man eine deutliche Absatzsteigerung. Und genau hier ist dein kritischer Blick gefragt. Es kann nicht sein, dass wir Unternehmen abnehmen, dass sie alles dafür tun, um unseren Planeten zu schützen, obwohl gleichzeitig wissentlich Mensch und Natur in anderen Ländern ausgebeutet werden. Dieses Phänomen nennt man „Greenwashing“. Die Unternehmen erschaffen eine Scheinwelt, in der sie vermitteln, ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden, um gleichzeitig von ihrem „schmutzigen“ Kerngeschäft abzulenken. Einen möglichen Erklärungsansatz hat Katharina Hartmann in ihrem Buch „Die Grüne Lüge“. Sie behauptet, dass Greenwashing deshalb so gut funktioniert, weil uns vermittelt wird, dass wir in unserem Konsumverhalten nichts verändern müssen. Vielmehr unterstützen wir die Unternehmen noch darin, die ambitionierten Ziele zu erreichen, indem wir ihre Produkte konsumieren. Fühlst du dich gerad ertappt und funktionierst vielleicht auch so? Folgende Grundsätze sollten dich bei deinen zukünftigen Käufen begleiten:

·       Verantwortungsbewusstes Konsumverhalten

·       Die Verwendung nachhaltiger, ressourcenschonender Materialien

·       Faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette

Tag 38: Fair Fashion und Textilsiegel

Fair Fashion wird unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt und aus Biorohstoffen oder aus recycelten Materialien hergestellt. Viele Hersteller verzichten zudem auf tierische Materialien wie Leder und Pelz bzw. beziehen Wolle, Leder und Co. aus artgerechter Tierhaltung. Faire Mode wird zudem schadstofffrei bzw. schadstoffreduziert hergestellt. Folgende Siegel helfen dir nachhaltige Kleidung zu erkennen:

Fairtrade Cotton zertifiziert 100% Biobaumwolle und eine 100%ige Nachvollziehbarkeit der Herkunft des Materials bei der Fasererzeugung.

Das Siegel MADE IN GREEN by OEKO-TEX und das GOTS Siegel zertifizieren die gesamte textile Kette mit hohen Standards aus.

Das Siegel IVN Best Naturtextil zertifiziert ausschließlich Naturfasern wie z.B. Baumwolle oder Leinen. IVN Naturleder zertifiziert eine nachhaltige, schadstofffreie Lederproduktion. IVN stellt die höchsten Anforderungen an die gesamte textile Kette. Das erklärt auch warum das Siegel bisher noch nicht so verbreitet ist. Die Hersteller werden den Standards oft noch nicht gerecht.

Dieses Siegel zeichnet die Kontrolle des Einsatzes von Chemikalien entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette aus.

Die FairWear Foundation setzt sich für existenzsichernde Löhne und faire Arbeitsbedingungen entlang der textilen Kette mit Schwerpunkt auf die Konfektionierung ein.

Tag 39: Fast Fashion und Polyester

Polyester, eine billige Kunstfaser, ist in über 60 Prozent der Kleidung enthalten und hat Fast Fashion erst möglich gemacht. Kleidungsstücke zu Spottpreisen und ein steigender Textilverbrauch sind die Folgen des Einsatzes von Synthetikfasern. Und sie unterstützen zwei Dinge: Kunststofffasern tragen zu Plastikschwemmen im Ozean bei, die beispielsweise über die Waschmaschine ins Abwasser gelangen und in Vögeln oder Plankton enden. Diese ekelerregenden Bilder kennt doch mittlerweile jeder von uns. Der andere Punkt ist die tonnenweise Produktion von Kleidungsstücken, die laut Greenpeace bis 2030 zu 70 Prozent aus Kunstfasern bestehen werden. Das führt dazu, dass sich der kurzfristige, schnelle Konsum von Kleidungsstücken erhöht – „Fast Fahion“ – und das Mikroplastik in den Meeren Tag für Tag ansteigt. Mit Hilfe der Textilsiegel sowie einem kritischen Blick auf die Modeunternehmen und deine eigenen Kaufentscheidungen trägst du einen großen Teil dazu bei, dass Kleidung wieder eine andere Wertschätzung entgegengebracht wird.

Tag 40: Ausmisten

Nach viel Input und teils erschreckenden Fakten möchten wir dich heute dazu ermutigen deinen Kleiderschrank auszumisten. Alles, was noch ganz ist, ihr aber nicht mehr trägt kann verschenkt, verkauft oder gespendet werden. Alles was kaputt ist, kannst du vielleicht für die ein oder andere Upcycling Idee aus der letzten Woche nutzen.

Tag 41: 2nd Hand

Du hast ausgemistet und kennst das Problem des kurzzeitigen Gebrauchs von Kleidungsstücken. Damit wir ein Teil des Problems lösen können, muss Kleidung aber nicht nur gebraucht, sondern verbraucht werden. Und da kommt Second Hand ins Spiel. Gebraucht-Kauf oder –verkauf gibt dem Produkt eine längere Lebensdauer und sorgt damit dafür, dass dieses Produkt (noch) nicht auf dem Müll landet. Es ist eigentlich ziemlich einfach: Je länger etwas genutzt wird, desto weniger wird weggeworfen und neu gekauft und desto weniger Müll entsteht. Second Hand kaufen schont unsere Ressourcen und ist Klimaschutz. Weitergeben, Tauschen, Gebrauchtes Kaufen oder Verkaufen macht glücklich und bringt Frische in deinen Kleiderschrank oder dem der anderen.

Tag 42: Veränderung des eigenen Konsumverhaltens

In der vergangenen Woche haben wir uns mit vielen Aspekten der Modeindustrie beschäftigt. Und es gibt noch so viel mehr was wir hier und da nochmal thematisieren werden. Uns ist wichtig, dass bei dir ein Umdenken stattfindet und du bei deinem Konsumverhalten beginnst. Hinterfrage die nachhaltigen Angebote der Unternehmen kritisch, habe dabei die Grundsätze im Kopf um Greenwashing zu erkennen, achte beim Kauf auf die unterschiedlichen Textilsiegel und versuche „Fast Fashion“ den Rücken zu kehren. Wenn du was Neues suchst, schaue erstmal, ob du es gebraucht bekommst. Die Forderung der Konsumenten, dass Unternehmen sparsam mit Ressourcen umgehen und eine soziale Verantwortung wahrnehmen sollen, funktioniert nur wenn wir unsere Einstellung und das Konsumverhalten anpassen.

Damit sind 42 Tage unserer Challenge vorbei. Teile deine Erfahrungen und Erfolge gerne noch unter #kostbaresplastikfasten mit uns. Wir verlosen zum Ende der Fastenzeit eine tolle Edelstahldose von EcoBrotBox unter allen Beiträgen. Für ein nachhaltiges und plastikfreies Osterfest geben wir dir in der kommenden Woche Tipps und Ideen. Bis dahin wünschen wir dir viel Freude, bleib gesund!

 
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